Das Awá Volk erhebt seine Stimme

Bild: © n.v. - UNIPA Bild

„Unser Gebiet und unsere Leute fordern Gerechtigkeit und würdevolle Konditionen für das Leben“ heißt es von der UNIPA-Gemeinschaft (offizielle Organisation der Awá-Indianer). Nachdem weder auf Einladungen an die verschiedensten staatlichen Institutionen noch auf die Mitteilung vom 8. September 2014 der UNIPA-Gemeinschaft reagiert wurde, informiert das Awá Volk sowohl die nationale auch als die internationale Gemeinschaft über ihren friedlichen Protest. Seit dem 10. September 2014 versammeln sie sich und mobilisieren Menschen auf dem Weg zu den Rathäusern in Tumaco und Barbacoas. Ihr Ziel ist, dass sich die Institutionen und Politiker sofort um die wirksame Umsetzung der Verpflichtungen aus der „Ständigen Versammlung für Würde und Leben unseres Volkes Awá Ñambi Telembí“ und der „Humanitären Arbeitsgemeinschaft für das Leben und die Würde des Dorfes Awá, Mitglied des UNIPA, ACIPAP und Schutz von Sande“ kümmern.

Das Awá Volk sah sich verpflichtet, einen solchen Entschluss zu fassen, weil die schlechten Zustände sich immer mehr zuspitzen. Die entstandenen Schäden aus dem bewaffneten Kampf zwischen legalen und illegalen Kämpfern in ihrem Schutzgebiet werden schlimmer. Es gibt Massaker, Drohungen, willkürliche Festnahmen, schrittweise Umsiedlungen, Entführungen, Tote aufgrund von Tretminen, Einschränkungen in der Mobilität und Verbannungen aus ihrem eigenen Gebiet. Außerdem fehlen Brücken und Wege, welche einen sicheren Transport für Bewohner besonders für Kinder, die viele Kilometer laufen und wasserreiche Flüsse überqueren müssen, um zu Bildungszentren zu kommen, gewährleisten. Würde es diese sicheren Wege geben, dann wäre auch der Patiententransport zu den Gesundheitszentren schneller möglich und das Sterberisiko würde sinken. Umgesiedelte Familien müssen auf engstem Raum zusammenwohnen, weil es an Wohnraum und würdevollen Wohnstätten mangelt. Versprühung von Glyphosat, das Auslaufen von Mineralöl und das Betreiben von illegalen Minen zerstört das Ökosystem und Pflanzen, welche als Lebensgrundlage benötigt werden. Zudem werden Wasserquellen verseucht, was den Verlust von Fauna nach sich zieht. All dies wird leichtfertig in die Praxis umgesetzt und ist somit eine systematische Beschädigung des Gebietes der Awá. Aufgrund von institutionellen Fehlern kommt es zu interethnischen Konflikten.
Alles in allem ist es eine erneute Schikane der Awá Bevölkerung. Sie müssen sich den verschiedenen diensthabenden Regierungen unterwerfen, obwohl diese wegen ihres verantwortungslosen Handelns an der misslichen Lage der Awá Indianer schuld sind. Doch die Regierungen streiten diese Schuld ab.

Deswegen sagt das Awá Volk, dass seine Stimme nicht stumm bleiben kann. Es sei der Zeitpunkt des Aufschreiens erreicht, so dass das indigene Volk weiterleben kann. Damit in Zukunft auch weitere Generationen am Leben bleiben, brauche es konkrete Aktionen. Es sei wichtig, dass eine Institutionalisierung vieler Anträge, welche im Rahmen der Gesetzesverordnung 4633 im Jahr 2011 geplant wurden, stattfindet. Des Weiteren müssten die herausgegebenen Empfehlungen des interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte befolgt werden und die Befehle des Verfassungsgerichts aus den Beschlüssen 004 von 2009 und 174 von 2011 erfüllt werden.

Das Awá Volk macht die kolumbianische Regierung für mögliche Missbräuche ihrer Autorität und für die Verletzung von Menschenrechten während des Umsiedlungsprozesses verantwortlich. Sie verlangen Ämter für die Kontrolle und den Schutz ihrer Menschenrechte. Dadurch erhoffen sie sich eine ständige Begleitung bei der Einforderung ihrer Rechte.1

  1. Unidad Indígena del pueblo Awá “UNIPA”: Comunicado a la opinión publica nacional e internacional No. 010 – E-Mail an earthlink.de vom 11.09.2014 []

Über lena / earthlink

Hey, ich bin die Lena und studiere International Business in Nürnberg. Ich interessiere mich schon lange für Entwicklungspolitik und wollte nun mal in die Arbeit einer kleinen NGO hineinschnuppern. Deswegen mache ich ein 8-wöchiges Praktikum bei Earthlink e.V.
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1 Antwort zu Das Awá Volk erhebt seine Stimme

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