Wai-Wai-Indianer knacken Paranüsse / Brasilien

Naturschonende Landnutzung durch die Wai-Wai-Indianer / Brasilien

Ca. 500 km nordöstlich von Manaus liegt mitten im brasilianischem das Gebiet der Wai-Wai Indianer. In der äußerst schwer zugänglichen „Area Indigena Mapuera“ leben die letzten noch ca. 1000 Wai-Wai. Bis vor wenigen Jahrzehnten siedelten sie in mehreren Stämmen über das weitläufige Gebiet verteilt. Entsprechend dieser Siedlungsform herrschte eine sehr naturschonende Landnutzung vor. Neben der Subsistenzwirtschaft stellt für die Wai-Wai das Sammeln von Paranüssen die einzige Einkommensform dar. Durch den Einfluß von weißen Missionaren änderte sich jedoch das Leben der Indianer. Die Missionare versuchen, die Indianer zu „zivilisieren“ und alle in einem Dorf anzusiedeln.
Das Leben in dieser aus allen Nähten platzenden Siedlung bringt zahlreiche Probleme mit sich. Krankheiten und soziale Spannungen nehmen zu, die Äcker um das Dorf bringen kaum noch Erträge, die Kultur der Wai-Wai wird immer mehr verdrängt und die Indianer können ihrer traditionellen Rolle als Wächter des Waldes kaum noch gerecht werden.

Zudem unterstützen die Indianer ungewollt politische Interessen, ihr Reservat zu verkleinern. Denn dadurch, daß sie alle in einem Ort leben, scheinen sie zu beweisen, daß sie nicht das ganze Land benötigen. Um sich das mittlerweile notwendige Minimum an Konsumgütern leisten zu können, verkaufen die Indianer die von ihnen gesammelten Paranüsse.
All diese Probleme werden von den Indianern mittlerweile durchaus erkannt. Um wieder zur traditionellen Lebensweise zu gelangen, beschlossen sie, ein neues Dorf zu gründen. Dadurch ist es für die Wai-Wai möglich, sowohl den Einfluß der Missionare zu reduzieren, als auch wieder einen Schritt zu ihrer traditionellen Lebensweise zu tun.

Diese sehr wünschenswerte Entwicklung will earthlink unterstützen. Um den Aufbau eines neuen Dorfes zu erleichtern, soll den Indianern dort die Möglichkeit gegeben werden, die gesammelten Paranüsse selbst zu knacken und zu verarbeiten. Ausgestattet mit einer Ausrüstung zum Knacken der Nüsse hätten die Indianer viele Vorteile: Da sich das Gewicht auf ein Viertel reduziert, wird der Transport sehr erleichtert und für die bereits verarbeiteten Nüsse erzielen die Wai-Wai einen wesentlich besseren Preis.

Bisherige Erfolge

In einem ersten Schritt führte die GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) eine Studie durch, ob die Paranüsse in Deutschland verkauft werden könnten. Das Ergebnis fiel positiv aus, galt aber nur für geknackte Paranüsse. So mußte den Wai-Wai in einem zweiten Schritt die Möglichkeit gegeben werden, die Nüsse selbst zu verarbeiten. Durch die Finanzierung der GTZ wurde dann der Bau einer ersten Nußknacker-Anlage im Dorf Mapuera gewährleistet. Des weiteren folgten Seminare und Schulungen (durch die brasilianische Hilfsorganisation Hiléia), die den Indianern die vollständige Verarbeitung der Paranüsse näher brachten. Auf diese Weise sollten die Wai-Wai bezüglich der Paranußverarbeitung komplett (Produktion und Verwaltung) selbstständig werden.
In Juni 2001 erfolgte die Fertigstellung der zweiten Knackanlage in Inajá.