UNICEF: Größter Spendenaufruf in der Geschichte

Bild: © DFID - UK Department for International Development - Wikimedia Commons

Am gestrigen Donnerstag startete UNICEF in Genf den größten Spendenaufruf in seiner Geschichte. Rund 3,1 Milliarden Dollar (2,75 Millionen Euro) werden für das Jahr 2015 benötigt. Das sind eine Milliarde mehr als noch im Vorjahr.
Gründe für die drastisch angestiegene Zahl sind kriegerische Konflikte, vor allem in Syrien, schwere Naturkatastrophen und Epidemien, wie die Ebola-Epidemie in Westafrika.
Kinder leben in Armut, leiden unter Hunger, sind Opfer von Gewalt und Missbrauch. Die Leiterin der UNICEF Nothilfegruppe Afshan Khan redet derzeit von 62 Millionen Kindern in Not. Jedes zehnte Kind lebt in Gegenden, wo bewaffnete Konflikte stattfinden.

20 Prozent des Geldes soll in Bildung investiert werden. Dies sei laut Khan dieses Jahr besonders wichtig, da es immer häufiger vorkommt, dass den Kindern, die als Kindersoldaten eingesetzt werden, als Anreiz ein Stipendium angeboten wird.1

Der größte Teil der Spenden ist für Syrien vorgesehen (903 Millionen Dollar). In dem Land gehen die Hälfte der Kinder nicht in die Schule. Ein Drittel der Schulen sind bei Angriffen zerstört worden. Bei diesen Angriffen wurden bisher 160 Kinder getötet. Laut den Vereinten Nationen sind rund acht Millionen syrische Kinder direkt von dem Konflikt betroffen.
Für die Ebola-Krise in Westafrika ist ebenfalls ein großer Teil der Spenden vorgesehen. Sierra Leone, Guinea, Libera sind die am stärksten betroffenen Länder. Mit dem Plan STEPP (STOP the outbreak, TREAT the infected, ENSURE essential services, PRESERVE stability, and PREVENT outbreaks in countries currently unaffected) will UNICEF die Probleme vor Ort bekämpfen. Stoppe den Ausbruch, behandle die Infizierten, stelle grundlegende Unterstützung sicher, erhalte Sicherheit und verhindere Ausbrüche in Ländern, die noch nicht betroffen sind.
Nigeria, seit 2009 durch die Rebellengrupierung Boko Haram im Bürgerkrieg, wird auch 2015 von UNICEF unterstützt. Mehr als eine Million Menschen befinden sich derzeit auf der Flucht. Es besteht keine Aussicht auf eine baldige Beendigung des Konflikts und es droht der Übergriff auf die Nachbarländer. Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, wird sich der Konflikt bald zu einer humanitären Krise entwickeln.
Bei dem Spendenaufruf sind auch Gelder für die Länder mit vergessenen Konflikten, wie Afghanistan, Palästina und Niger vorgesehen.2

Im November letzten Jahres, zum 25. Jahrestag der Konvention für die Rechte der Kinder, seien laut Unicef-Direktor Anthony Lake zu recht Fortschritte gefeiert worden. „Doch für Millionen von Kindern ist das Versprechen der Konvention noch längst nicht in Erfüllung gegangen: ihre Rechte werden brutal verletzt, ihre Hoffnungen und Träume für ein besseres Leben werden zerstört.“3

  1. stern.de: Unicef braucht dringend 3,1 Milliarden Dollar an Spenden – stand 30.1.15 []
  2. epo.de: UNICEF launches US$ 3,1 billion appeal to reach more children in emergencies – stand 30.1.15 []
  3. n24.de: Unicef braucht Rekordspende – stand 30.1.15 []

Über antonia / earthlink

Nachdem ich im Sommer 2014 mein Abitur gemacht habe, arbeite ich derzeit als Bundesfreiwillige bei earthlink e.V. Im Herbst fange ich mit meinem Humangeografie Studium an. Die Arbeit hier ermöglicht es mir erste Erfahrungen in dem Arbeitsbereich, der mich interessiert, zu sammeln und herauszufinden ob es wirklich das Richtige für mich ist.

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