Einzelheiten zum Streik des Awá Volkes

Bild: © n.v. - UNIPA Bild

Nachdem im Artikel „Das Awà Volk erhebt seine Stimme“ auf die Hintergründe und Ursachen des Streiks eingegangen wurde, wird in diesem Beitrag der bisherige Verlauf des Protestes dargestellt.

Auf dem Weg von Pasto zu den Rathäusern in Tumaco und Barbacoas blockieren sie mit ihrem Streik die Straße und nur medizinische Transporte werden durchgelassen. Jeglicher Personentransport ist auf drei Zeiten pro Tag angewiesen. Jeweils um 6 Uhr morgens, 12 Uhr mittags und 5 Uhr abends ist die Straße für eine Stunde befahrbar.1

Obwohl die Awás ihre Demonstration auf friedliche Art und Weise durchführen, sind Truppen der nationalen Armee, zugehörig zum Gebirgs-Bataillon Nr. 53 unter dem Leutnant Aguilar, in der Nähe des Protestes gesichtet worden. Bevor das Awá Volk sich am 13. September öffentlich darüber beschwerte, gab es mehrere Vorfälle, in denen Leutnant Aguilar mit seinen Männern falsche Anschuldigungen verbreitet hatte. In Anwesenheit von Bewohnern und Passanten beschuldigten sie die indigene Wache, Habseligkeiten von Reisenden im Moment des Umsteigens gestohlen zu haben. Die Awás lehnen diese Verleumdung strikt ab und fordern von den staatlichen Behörden und insbesondere von der Armee, dass sie darauf verzichten, ihr Volk zu beleidigen mit dem Bestreben, ihnen die Legitimation in ihrem Kampf zu entziehen.

Andererseits gab es am 14. September eine erste Reaktion von Seiten der Regierung. Jaime Rodríguez, Sekretär der lokalen Regierung, zeigte sich im Gremium „Raum für Zusammenleben, Dialog und Frieden“ und überbrachte eine Mitteilung des Innenministeriums. Darin wird ein dreitägiges Arbeitstreffen vom 16.-18. September mit Entscheidungsträgern des „Kolumbianischen Institutes für ländliche Entwicklung“, des „Nationalen Institutes für Straßen“ und Vertretern für Infrastruktur und Elektrifizierung vorgeschlagen. Zudem drängt das Sekretariat der Regierung auf eine Beendigung der Straßenblockade aus Mitleid mit der Bevölkerung aus der Nariñoregion, welche in ihrer Mobilität eingeschränkt ist. „Wir gehören auch zur Gesellschaft der Nariños! Wer hat Mitleid mit uns aufgrund der oftmals vergessenen Vertreibung unseres Volkes?“, erwidert die Awá Gemeinschaft.

Das Volk hat es satt, dass immer wieder Vereinbarungen getroffen werden, die aber letzten Endes doch nicht umgesetzt, sondern in den Archiven der Institutionen vergessen werden. Deswegen werden sie solange weiter protestieren, bis sie auf jeden ihrer Punkte im Forderungskatalog eine Antwort erhalten. Laut eigener Aussage kommen jeden Tag mehr Mitglieder aus verschiedenen Schutzregionen der UNIPA hinzu.2

  1. Unidad Indígena del pueblo Awá „UNIPA“: Comunicado a la opinión pública nacional e internacional No. 011 – E-Mail an earthlink.de vom 12.09.2014 []
  2. Unidad Indígena del pueblo Awá “UNIPA”: Comunicado a la opinión pública nacional e internacional No. 013 – E-Mail an earthlink.de vom 14.09.2014 []

Über lena / earthlink

Hey, ich bin die Lena und studiere International Business in Nürnberg. Ich interessiere mich schon lange für Entwicklungspolitik und wollte nun mal in die Arbeit einer kleinen NGO hineinschnuppern. Deswegen mache ich ein 8-wöchiges Praktikum bei Earthlink e.V.
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